Verfasser: G.F. (genauer Name unbekannt)

Titel: Über Zustand und Aufgaben der psdychologischen Wissenschaft in der UDSSR

Untertitel: Bericht über eine Beratung von Psychologen bei der Redaktion der Zeitschrift „Pod znamenem marksizma“)

Verlag:

Edition:

Reihe: Pod znamenem marksizma (Unter dem Banner des Marxismus), Heft 9/1936, 87-99

Ort: Moskau

Jahr: 1936

Abstract: Aufgaben der psychologischen Front Kritik an Blonskij (Blonski) Kritik an Kolbanovskij (Kolbanowski) Kritik an Kornilov (Kornilow) Kritik an der kultur-historischen Theorie Kritik an Rubinštejn (Rubinstein) Kritik an Čelpanov (Tschelpanow) Pädologie-Problematik Schlussfolgerungen aus dem „Pädologie-Dekret“ Stachanov-Bewegung

Beschreibung: Vom Redaktionskollegium der Zeitschrift Pod znamenem marksizma („Unter dem Banner des Marxismus“) einberufen, fand im Frühjahr bzw. Frühsommer 1936 in den Redaktionsräumen dieser Zeitschrift unter Vorsitz von M.B. Mitin eine „Beratung wissenschaftlich arbeitender Psychologen“ statt mit der Zielsetzung, „die Ursachen dafür zu bestimmen, weshalb die psychologische Wissenschaft hinter den Forderungen zurückbleibt, die der sozialistische Aufbau und insbesondere die sowjetische Schule an sie stellen“. Im Septemberheft der Zeitschrift erschien dann, unterzeichnet mit „G.F.“, ein kritischer Bericht über diese Beratung, in welcher nacheinander die anwesenden, in verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen tätigen Psychologen (Kolbanovskij, Kornilov, Leont’ev, Lurija, Teplov, Gal’perin, El’konin, Blonskij, Aleksandrovskij) zu Wort kamen, um zum Generalthema der Beratung Stellung zu nehmen und in diesem Zusammenhang auch über ihre eigene Arbeit zu berichten sowie die Arbeit von Kollegen einer kritischen Bewertung zu unterziehen. Als generellen Mangel der Beratung führt „G.F.“ an, dass „die Mehrzahl derer, die auf ihr das Wort ergriffen haben, es in der Regel vor(zog), über konkrete Dinge, Richtungen, Fehler oder Bücher zu schweigen“, wie überhaupt „Kritik und Selbstkritik auf der Beratung einen überaus abstrakten Charakter hatten“. Auch sei die Bedeutung so wichtiger „Probleme wie Persönlichkeit, Psychologie und Ideologie, Methoden, das psychophysische Problem u.a.“ nicht hinreichend gewürdigt worden. Im Fazit seiner Einschätzung der Ergebnisse der Beratung betont „G.F.“, es sei „notwendig, dass die Psychologen die marxistische Methode ernsthaft beherrschen“, und verleiht der Hoffnung Ausdruck, „dass diese Beratung den Anstoß für eine entfaltete Erörterung dieser Probleme in den Kollektiven der Psychologen und in der Presse bildet“. In einem (deutlich als Postskriptum erkennbaren) zusätzlichen Schlussteil wird dann auf den „nach der Beratung“ ergangenen ZK-Beschluss vom 4. Juli 1936 zu den „pädologischen Entstellungen im Ministerium für Volksbildung“ („Pädologie-Dekret“) Bezug genommen, der u.a. die Aufforderung enthält, „in der Presse alle bisher erschienenen theoretischen Bücher der jetzigen Pädologen zu kritisieren“, zu denen, so „G.F.“, die „Mehrzahl der bedeutenden Psychologen“ (namentlich erwähnt werden Blonskij, Vygotskij, Vasilevskij und Uznadze) zu zählen sind, deren veröffentliche Arbeiten (exemplarisch genannt werden Blonskijs Gedächtnis und Denken sowie Vygotskijs Denken und Sprechen) „den Stempel der pädologischen Pseudowissenschaft (tragen)“.

Datei: Zustand_Aufgaben_psychologische_Wissenschaft_UdSSR.pdf

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